Haare
Das Haar kann Auskunft über innere Krankheiten geben. So ist zum
Beispiel bei Tieren ein glanzloses Fell ein Zeichen von Krankheit. Auch
ein Mensch spürt, dass die Frisur nicht hält, wenn er sich unwohl fühlt.
Langsam wachsende Haare können auf eine Schwäche des Nervensystems
hinweisen und brüchiges Haar kann eine Folge von Darmstörungen sein. Der
Grund für Schuppen kann möglicherweise in einer zu protein- und
fettreichen Ernährung liegen, die den ganzen Organismus belastet.
Wie auch die Nägel gehören die Haare zu den sogenannten
Hautanhangsgebilden. Sie bestehen aus verhornten, spindelförmigen
Zellen, die außen von einer Kutikula (Häutchen) aus dachziegelartigen
Hornzellen umgeben sind.
Der sichtbare Teil eines Haares ist der Haarschaft, während die
Haarwurzel in der Haut verankert ist. Am unteren Haarwurzelende liegt
die Haarzwiebel, das Wachstumszentrum.
Die Haarwurzel befindet sich in der Wurzelscheide, die auch Haarfollikel
genannt wird. Daran angeschlossen ist eine Talgdrüse, die dem Haar durch
"Fett" Glanz und Geschmeidigkeit gibt.
Haaraufbau und Haarzyklus
Haare sind lange Fäden aus Keratin, deren feste Rinde das locker
aufgebaute Mark umhüllt. Die Haarfollikel (die Haarwurzel und alle sie
umgebenden Zellen, die für das Haarwachstum eine Rolle spielen) werden
über ein feines Gefäßnetz mit Nährstoffen versorgt. Die Haarlänge wird
durch die verschiedenen Entwicklungsphasen des Haarzyklus bestimmt. Nach
einer Wachstumsphase von 2 bis 6 Jahren folgt eine zwei- bis dreiwöchige
Übergangsphase. Danach befindet sich das Haar in einer ca. dreimonatigen
Ruhephase.
Am Ende dieser Ruhephase fällt dann das Haar aus und ein neuer
Haarzyklus beginnt. Glücklicherweise erfolgt dieser Zyklus nicht bei
allen Haaren gleichzeitig. Täglich treten ungefähr 50 bis 150 Haare in
diesen Zyklus ein, so daß bei ca. 100 000 Haaren am Kopf die Haardichte
nicht beeinträchtigt wird.
Durchschnittlich wachsen Haare 1 cm pro Monat und die Haardicke beträgt
ungefähr 0,07 mm. Die Haarfarbe hängt von der Anzahl, Art und Verteilung
der Melanosomen (Haarpigmente ) in der Haarrinde ab.
Haarwurzel
Im unteren Bereich der Lederhaut entsteht das Haar an der Haarpapille.
Im Bildungsbereich, der Matrix, lagern zahlreiche Melanozyten, die ihre
Pigmente an das entstehende Haar abgeben. Dabei bilden die nach oben
wandernden keratinreichen Hornzellen den Haarschaft , der sich innerhalb
des Follikels zur Hautoberfläche schiebt.
Haarfollikel
Der Haarschaft liegt in einer länglichen Einstülpung der Oberhaut, dem
Haarfollikel, an dessen unteren Ende das Haar in der Haarwurzel gebildet
wird. In den Follikel mündet eine Talgdrüse und manchmal auch eine
Duftdrüse. Am äußeren Rand setzt der kleine Haaraufrichtemuskel an und
schließlich umwickeln einige Nervenfasern den Follikel und erfüllen
dadurch Tastfunktionen.
Haarschaft
(lat. Scapus pili) Man kann drei Haarsorten unterscheiden:
Terminalhaar
Das sind alle "dicken Haare", wie z. B. das Kopfhaar, Bart-, Nasen-,
Ohrenhaare, Wimpern, Augenbrauen und Schamhaar. Terminalhaare sind in
ihrem Wachstum hormonabhängig (Pubertät, Geschlechtsbehaarung,
Bartwuchs, Glatzenbildung). Im Querschnitt eines Terminalhaares ist eine
Dreischichtigkeit erkennbar:
Biologisch aktiv ist nur die Haarwurzel. Sie sitzt unter der Kopfhaut
und lässt etwas aus der Haut wachsen, das aus dem toten Material Horn
besteht, einer faserartigen Eiweißsubstanz. Die "innere Uhr" der Haare
läuft drei bis maximal acht Jahre. So lange befinden sie sich in der
Wachstumsphase und werden jeden Monat etwa einen Zentimeter länger - pro
Kopf 100.000 bis 130.000 Stück. Danach geht jedes Haar (das in einer
taschenförmigen Röhre, dem sogenannten Haarfollikel, steckt) in eine
zwei- bis viermonatige Ruhephase über und löst sich dann aus der Wurzel.
50 bis 100 solcher Totalausfälle pro Tag sind normal. Die betroffenen
Haarwurzeln bleiben aktiv, jede lässt wieder Haare wachsen.
Was kennzeichnet dünnes Haar?
Es hat im Vergleich zu dickem Haar zwar eine andere Struktur, ist aber
genauso gesund! Dünnes Haar ist aber nur halb so dick wie kräftiges Haar
und ist viel empfindlicher und leidet daher auch doppelt so stark unter
ruppiger Behandlung wie Kämmen, Bürsten, Fönen, scharfkantige Klammern
und ist schädlichen Umwelteinflüssen (z.B. Sonne) stärker ausgesetzt.
|