Haarausfall

Erblich bedingter Haarausfall

Mittwoch, 22. Februar 2012 - 21:00 Uhr

 

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Erblicher Haarausfall

Erblicher Haarausfall ist die häufigste Form des Haarausfalls. Hierunter leiden mehrere Millionen Menschen, insbesondere Männer. Erblich bedingter Haarausfall, die androgenetische Alopezie, ist ein Phänomen, welches bei 95% aller Männer, die unter Haarausfall leiden, auftritt. Sie entsteht durch ein Zusammenspiel verschiedener Erbanlagen, wobei die Androgene eine ganz besondere Rolle spielen.

Unter dem Oberbegriff Androgene werden männliche Sexualhormone verstanden, zu denen auch das Testosteron gehört. Es wird unter anderem im Hoden, aber auch in den Eierstöcken sowie in der Nebennierenrinde gebildet und mit dem Blut in die jeweiligen Zielzellen transportiert. So gelangen die Androgene auch in die Haarwurzeln. Dort wird das Testosteron durch ein Enzym in das 5-alpha-Dihydrotestosteron, kurz DHT, gewandelt, welches sich sowohl an die Haut wie auch an die Haarfollikel bindet.
Bei erblich bedingtem Haarausfall kann es zu einer Überempfindlichkeit gegenüber DHT kommen, auch eine Erhöhung der Testosteron-Konzentration kann zu einer Schrumpfung der Haarwurzel führen. Hierdurch werden die Wachstumsphasen der Haare verkürzt. Sie wachsen so zwar schneller, fallen gleichzeitig aber auch früher aus. Im Laufe der Jahre zeigt sich erblicher Haarausfall durch immer dünner und kleiner werdende Haare. Am Ende dann stirbt die Haarwurzel ab.

Erblicher Haarausfall ist seitens der Wissenschaft noch nicht vollständig erforscht. So ist zum Beispiel noch unbekannt, welche Gene im Detail für den erblich bedingten Haarausfall verantwortlich sind und wie diese beeinflusst werden können. Sicher scheint jedoch zu sein, dass es nicht nur ein Gen ist, welches erblichen Haarausfall begünstigt, sondern dass mehrere Gene zusammenarbeiten. Auch konnte bisher noch nicht geklärt werden, warum die Haare gerade an der Stirn, im Bereich der Schläfe oder am Tonsur am stärksten ausfallen. Auch ein Auslöser ist noch unbekannt.

Erblicher Haarausfall verläuft nie einheitlich. Durch einen Blick auf die Familiengeschichte ist es aber möglich, einen ungefähren Verlauf zu zeichnen. Vielfach beginnt erblicher Haarausfall bereits mit dem 20. Lebensjahr. In diesen Jahren bilden sich zuerst Geheimratsecken an den Schläfen. Diese weiten sich auf den Oberkopf aus und führen schließlich zur Glatze. Lediglich ein kleiner Haarkranz bleibt ausgespart.

Beginnt erblicher Haarausfall bereits um das 20. Lebensjahr herum, schreitet er meist rasch fort, so dass Betroffene oft bereits vor dem Beginn des 30. Lebensjahres einen nur noch kleinen Haarkranz aufweisen. Beginnt erblicher Haarausfall hingegen erst mit dem 30. oder gar dem 40. Lebensjahr, kann ein deutlich verlangsamter Verlauf beobachtet werden. Oft ist dann selbst im hohen Alter noch keine Glatze erreicht.

Eine Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall ist bis heute nur schwer möglich, da einmal abgestorbene Haarfolikel nicht mehr zum Leben erweckt werden können. Nur dort, wo Haarfolikel noch lebensfähig sind, können sich neue Haar bilden. Um den Haarwuchs wieder zu verlangsamen und so die Glatzenbildung aufzuhalten, können Wirkstoffe eingesetzt werden, die in den hormonellen Entstehungsmechanismus eingreifen. Östrogenhaltige Haarwässer und Tinkturen sind Erfolg versprechend.