Haarausfall
Haarausfall trifft Millionen von Menschen - viele unvorbereitet in
jungem Alter. Dabei ist der komplexe Vorgang des Haarausfalls heute noch
in vielen Bereichen unklar. Ein paar Haare im Kamm deuten noch nicht auf
einen Haarausfall hin. Dass der Mensch bis zu hundert Haare amt Tag
verliert, ist völlig normal. Jeder dritte Mann und jede zehnte Frau sind
aber von einem stärkeren Verlust betroffen. Erst dann spricht man von
Haarausfall.
Weshalb fallen Haare aus?
Der Haarzyklus dauert bei Frauen etwa vier bis sechs Jahre, bei Männern
zwei bis vier Jahre. Nach einer Übergangsphase von zwei bis vier Wochen
folgt abschließend die Ruhephase, die drei bis vier Monate anhält.
Danach fällt das Haar aus, um einem neuen, das aus derselben Haarwurzel
wächst, Platz zu machen. Jedes Haar entwickelt sich völlig unabhängig
von seinen Nachbarn. Von den ca. 100.000 bis 150.000 Haaren befinden
sich ständig 80 bis 90 % in der Wachstumsphase. Ein Haarverlust von
täglich etwa 100 Haaren ist völlig normal. Von Haarausfall spricht man
erst, wenn regelmäßig mehr als 150 Haare ausgehen. Dann ist die
Wachstumsphase verkürzt und das Haar fällt schneller aus. Das kann
altersbedingt sein oder durch Medikamente, Hormonumstellungen während
der Wechseljahre oder Schwangerschaft, strikte Diäten, allgemeine
Hormonprobleme, Stress oder Mangelerscheinungen im Stoffwechselhaushalt
ausgelöst werden.
Kreisrunder Haarausfall
Die Alopezia areata ist die zweithäufigste Form des Haarausfalls. An
mehreren Stellen des Kopfes bilden sich plötzlich kreisrunde, kahle
Flecke. Die Haare können aber auch komplett ausfallen. Bis heute sind
die Gründe dafür noch nicht klar. Es wird vermutet, dass entweder eine
Störung des Immunsystems oder eine psychische Erkrankung vorliegen, die
das Haarwachstum zum Stillstand bringen. Bei den meisten Patienten
stellt sich innerhalb eines Jahres das Wachstum wieder ein.
Wenn die betreffenden Stellen der Kopfhaut eine feinpunktige,
gänsehautartige Struktur aufweisen, sind die Chancen, dass die Haare an
den kahlen Stellen wieder nachwachsen, relativ hoch: In diesen Fällen
ist die Haarwurzelstruktur noch intakt und im Krankheitsverlauf noch
nicht abgestorben. Fühlt sich die Kopfhaut an den kahlen Stellen
allerdings völlig glatt an, ist dies ein sicheres Zeichen für eine tote
Haarwurzel, die keine neuen Haare mehr hervorbringt.
Diffuser Haarausfall
Hier ist der Haarausfall nicht auf einen bestimmten Teil des Kopfes
beschränkt, sondern das Haar dünnt insgesamt aus. Die Ursachen können
vielfältig sein:
+ Stress
+ Mangelerscheinungen durch Fehlernährung oder nach Fastenkuren
+ Hormonumstellungen nach der Geburt, dem Absetzen der Pille oder in den
Wechseljahren
+ Infektionen
+ Schilddrüsenfunktionsstörungen
+ Einnahme von Medikamenten
Diffuser Haarausfall ist aber auch nach starker gemütsmäßiger
Erschütterung möglich (z. B. posttraumatische Belastungsreaktion nach
Extrembelastung). Hierbei kann er sogar länger anhalten als
beispielsweise nach fieberhaften Erkrankungen. Bei emotionalem Stress
kann es schon 2 bis 4 Monate dauern, bis das Leiden so richtig bewusst
wird, um dann noch einmal ein halbes Jahr und mehr zu verunsichern. In
der Mehrzahl der Fälle aber ist der Ausfall nur vorübergehend. Nur in
sehr ernsten Belastungssituationen sowie bei häufigen Rückfällen droht
ein Totalausfall.
Hormonell-erblicher Haarausfall
Von den Geheimratsecken zur Glatze - der ganz "normale" Haarausfall ist
genetisch bedingt.
Der hormonell-erbliche Haarausfall (androgenetische Alopezie) ist mit 95
Prozent die häufigste Form, deren Ursache eine vererbte Empfindlichkeit
der Haarwurzeln gegen Testosteron ist und durch Alterung verursacht
wird. Hauptsächlich Männer sind von dieser Form des Haarausfalls
betroffen. Zunächst entstehen an der Stirn die so genannten
Geheimratsecken, später lichtet sich auch das Haar am Hinterkopf.
Der hormonell-erbliche Haarausfall ist von rassischen und familiären
Veranlagungen abhängig und hormonell gesteuert. Dabei bewirken die
Hormone bei Männern einerseits ein gesteigertes Wachstum im Bartbereich,
andererseits die Vermehrung von Talgdrüsen auf dem Kopf. Die Vermehrung
der Talgdrüsen ist mit dem Verlust der Haare verbunden. Diese
Veränderung beginnt normalerweise zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr.
Sie beginnt im Bereich der Stirnhöcker und der Scheitelregion. Es
entstehen die bekannten "Geheimratsecken". Im weiteren Verlauf verbinden
sich die haarfreien Zonen, sodass allmählich eine Glatze entsteht.
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