Haarausfall

Weshalb fallen Haare aus

Samstag, 11. Oktober 2008 - 11:26 Uhr

 

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Haarausfall

Haarausfall trifft Millionen von Menschen - viele unvorbereitet in jungem Alter. Dabei ist der komplexe Vorgang des Haarausfalls heute noch in vielen Bereichen unklar. Ein paar Haare im Kamm deuten noch nicht auf einen Haarausfall hin. Dass der Mensch bis zu hundert Haare amt Tag verliert, ist völlig normal. Jeder dritte Mann und jede zehnte Frau sind aber von einem stärkeren Verlust betroffen. Erst dann spricht man von Haarausfall.

Weshalb fallen Haare aus?

Der Haarzyklus dauert bei Frauen etwa vier bis sechs Jahre, bei Männern zwei bis vier Jahre. Nach einer Übergangsphase von zwei bis vier Wochen folgt abschließend die Ruhephase, die drei bis vier Monate anhält. Danach fällt das Haar aus, um einem neuen, das aus derselben Haarwurzel wächst, Platz zu machen. Jedes Haar entwickelt sich völlig unabhängig von seinen Nachbarn. Von den ca. 100.000 bis 150.000 Haaren befinden sich ständig 80 bis 90 % in der Wachstumsphase. Ein Haarverlust von täglich etwa 100 Haaren ist völlig normal. Von Haarausfall spricht man erst, wenn regelmäßig mehr als 150 Haare ausgehen. Dann ist die Wachstumsphase verkürzt und das Haar fällt schneller aus. Das kann altersbedingt sein oder durch Medikamente, Hormonumstellungen während der Wechseljahre oder Schwangerschaft, strikte Diäten, allgemeine Hormonprobleme, Stress oder Mangelerscheinungen im Stoffwechselhaushalt ausgelöst werden.

Kreisrunder Haarausfall

Die Alopezia areata ist die zweithäufigste Form des Haarausfalls. An mehreren Stellen des Kopfes bilden sich plötzlich kreisrunde, kahle Flecke. Die Haare können aber auch komplett ausfallen. Bis heute sind die Gründe dafür noch nicht klar. Es wird vermutet, dass entweder eine Störung des Immunsystems oder eine psychische Erkrankung vorliegen, die das Haarwachstum zum Stillstand bringen. Bei den meisten Patienten stellt sich innerhalb eines Jahres das Wachstum wieder ein.

Wenn die betreffenden Stellen der Kopfhaut eine feinpunktige, gänsehautartige Struktur aufweisen, sind die Chancen, dass die Haare an den kahlen Stellen wieder nachwachsen, relativ hoch: In diesen Fällen ist die Haarwurzelstruktur noch intakt und im Krankheitsverlauf noch nicht abgestorben. Fühlt sich die Kopfhaut an den kahlen Stellen allerdings völlig glatt an, ist dies ein sicheres Zeichen für eine tote Haarwurzel, die keine neuen Haare mehr hervorbringt.

Diffuser Haarausfall

Hier ist der Haarausfall nicht auf einen bestimmten Teil des Kopfes beschränkt, sondern das Haar dünnt insgesamt aus. Die Ursachen können vielfältig sein:

+ Stress
+ Mangelerscheinungen durch Fehlernährung oder nach Fastenkuren
+ Hormonumstellungen nach der Geburt, dem Absetzen der Pille oder in den Wechseljahren
+ Infektionen
+ Schilddrüsenfunktionsstörungen
+ Einnahme von Medikamenten

Diffuser Haarausfall ist aber auch nach starker gemütsmäßiger Erschütterung möglich (z. B. posttraumatische Belastungsreaktion nach Extrembelastung). Hierbei kann er sogar länger anhalten als beispielsweise nach fieberhaften Erkrankungen. Bei emotionalem Stress kann es schon 2 bis 4 Monate dauern, bis das Leiden so richtig bewusst wird, um dann noch einmal ein halbes Jahr und mehr zu verunsichern. In der Mehrzahl der Fälle aber ist der Ausfall nur vorübergehend. Nur in sehr ernsten Belastungssituationen sowie bei häufigen Rückfällen droht ein Totalausfall.

Hormonell-erblicher Haarausfall

Von den Geheimratsecken zur Glatze - der ganz "normale" Haarausfall ist genetisch bedingt.

Der hormonell-erbliche Haarausfall (androgenetische Alopezie) ist mit 95 Prozent die häufigste Form, deren Ursache eine vererbte Empfindlichkeit der Haarwurzeln gegen Testosteron ist und durch Alterung verursacht wird. Hauptsächlich Männer sind von dieser Form des Haarausfalls betroffen. Zunächst entstehen an der Stirn die so genannten Geheimratsecken, später lichtet sich auch das Haar am Hinterkopf.

Der hormonell-erbliche Haarausfall ist von rassischen und familiären Veranlagungen abhängig und hormonell gesteuert. Dabei bewirken die Hormone bei Männern einerseits ein gesteigertes Wachstum im Bartbereich, andererseits die Vermehrung von Talgdrüsen auf dem Kopf. Die Vermehrung der Talgdrüsen ist mit dem Verlust der Haare verbunden. Diese Veränderung beginnt normalerweise zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Sie beginnt im Bereich der Stirnhöcker und der Scheitelregion. Es entstehen die bekannten "Geheimratsecken". Im weiteren Verlauf verbinden sich die haarfreien Zonen, sodass allmählich eine Glatze entsteht.