Haarausfall

Haarausfall kreisrund

Mittwoch, 22. Februar 2012 - 21:00 Uhr

 

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Kreisrunder Haarausfall

Beim kreisrunden Haarausfall, der medizinisch Alopecia Areata bezeichnet wird, entstehen auf dem Kopf kreisrunde oder ovale kahle Stellen, die stark abgegrenzt sind. Es können durchaus mehrere Herde entstehen, die in vielen Fällen nur wenige Zentimeter groß sind. Am Herdrand selbst findet man kurze, abgebrochene Haare, die sich zur Kopfhaut hin verjüngen. Trotz des Haarausfalls bleiben die Haarfolikel also erhalten, wodurch sich der kreisrunde Haarausfall deutlich vom lichten Kopfhaar unterscheidet und bei voranschreitendem Haarverlust als Haarkranz endet.

Kreisrunder Haarausfall wird seitens der Schulmedizin häufig in den Bereich der Autoimmunkrankheiten eingeordnet. Die Ursachen selbst sind noch nicht vollständig erforscht. Die Wissenschaftler erkennen lediglich, dass sich der körpereigene Abwehrmechanismus gegen die eigenen Zellen der Haarwurzel richtet und es hierdurch zum Haarausfall kommt. Hierdurch tritt eine örtlich begrenzte Entzündungsstelle auf, die zum einen das Wachstum neuer Haare behindert und gleichzeitig zum Ausfall vorhandener Haare führt. Forscher entdeckten nun auch einen genetischen Zusammenhang, denn es zeigen sich familiäre Häufungen. Nicht selten gehen auch psychische Belastungen mit eine solchen Erkrankung einher. Je nach Ausprägung ist es möglich, dass kreisrunder Haarausfall von selbst wieder verschwindet, örtlich begrenzt bleibt oder aber nach und nach zu völliger Kahlheit führt.

Eine besondere Form des kreisrunden Haarausfalls ist der Ausfall von ausschließlich pigmentierten Haaren. Menschen, die hiervon betroffen sind, haben dann nur noch Haare ohne Pigment auf dem Kopf, wodurch der Schopf grau erscheint. Diese Form des kreisrunden Haarausfalls tritt akut und plötzlich ein und ist kaum zu behandeln.

Kreisrunder Haarausfall kann in seltenen Fällen mit einer Veränderung der Nägel, die plötzlich Längsrillen oder Grübchen aufweisen, einhergehen. Auch das Vogt-Koyanagi-Syndrom, bei dem verschiedene Beschwerden an den Augen, der Haut oder dem zentralen Nervensystem auftreten, können Begleiterscheinungen des kreisrunden Haarausfalls sein.

Obwohl kreisrunder Haarausfall im Vergleich zum erblich bedingten Haarausfall deutlich seltener ist, tritt sie in Deutschland bei etwa einer Million Menschen auf. Betroffen sind dabei in erster Linie junge Männer und Kinder, aber auch Frauen können eine derartige Krankheit erleiden. Betroffene leiden dabei vor allem unter den psychischen Belastungen, denn ein Haarausfall, der kreisrund auftritt, ist ein optischer Makel und ist daher sehr auffällig.

Da die Ursachen für den kreisrunden Haarausfall bis heute nicht vollständig geklärt werden konnten, ist auch die Behandlung schwierig. Vielfach wird eine entzündungshemmende Therapie angewandt. Auch die topische Immuntherapie, bei der Konterallergene auf die entzündende Stelle aufgetragen und so ein örtliches Ekzem erzeugt wird, kann helfen. In diesem Fall wird die die Haarwurzeln angreifende Immunabwehr auf andere Bereiche konzentriert, so dass sich die Haarwurzeln wieder erholen können. Nach Abbruch der Behandlung fallen die Haare aber nicht selten erneut aus. Auch treten nicht selten allergische Reaktionen am ganzen Körper auf, die als unterwünschte Nebenwirkungen der Behandlung zu sehen sind. Örtlich aufgetragene Kortikiode sowie die Fotochemotherapie konnten ebenfalls bereits Erfolge verzeichnen.