Kreisrunder Haarausfall
Beim kreisrunden Haarausfall, der medizinisch Alopecia Areata
bezeichnet wird, entstehen auf dem Kopf kreisrunde oder ovale
kahle Stellen, die stark abgegrenzt sind. Es können durchaus
mehrere Herde entstehen, die in vielen Fällen nur wenige
Zentimeter groß sind. Am Herdrand selbst findet man kurze,
abgebrochene Haare, die sich zur Kopfhaut hin verjüngen. Trotz
des Haarausfalls bleiben die Haarfolikel also erhalten, wodurch
sich der kreisrunde Haarausfall deutlich vom lichten Kopfhaar
unterscheidet und bei voranschreitendem Haarverlust als
Haarkranz endet.
Kreisrunder Haarausfall wird seitens der Schulmedizin häufig
in den Bereich der Autoimmunkrankheiten eingeordnet. Die
Ursachen selbst sind noch nicht vollständig erforscht. Die
Wissenschaftler erkennen lediglich, dass sich der körpereigene
Abwehrmechanismus gegen die eigenen Zellen der Haarwurzel
richtet und es hierdurch zum Haarausfall kommt. Hierdurch tritt
eine örtlich begrenzte Entzündungsstelle auf, die zum einen das
Wachstum neuer Haare behindert und gleichzeitig zum Ausfall
vorhandener Haare führt. Forscher entdeckten nun auch einen
genetischen Zusammenhang, denn es zeigen sich familiäre
Häufungen. Nicht selten gehen auch psychische Belastungen mit
eine solchen Erkrankung einher. Je nach Ausprägung ist es
möglich, dass kreisrunder Haarausfall von selbst wieder
verschwindet, örtlich begrenzt bleibt oder aber nach und nach zu
völliger Kahlheit führt.
Eine besondere Form des kreisrunden Haarausfalls ist der
Ausfall von ausschließlich pigmentierten Haaren. Menschen, die
hiervon betroffen sind, haben dann nur noch Haare ohne Pigment
auf dem Kopf, wodurch der Schopf grau erscheint. Diese Form des
kreisrunden Haarausfalls tritt akut und plötzlich ein und ist
kaum zu behandeln.
Kreisrunder Haarausfall kann in seltenen Fällen mit einer
Veränderung der Nägel, die plötzlich Längsrillen oder Grübchen
aufweisen, einhergehen. Auch das Vogt-Koyanagi-Syndrom, bei dem
verschiedene Beschwerden an den Augen, der Haut oder dem
zentralen Nervensystem auftreten, können Begleiterscheinungen
des kreisrunden Haarausfalls sein.
Obwohl kreisrunder Haarausfall im Vergleich zum erblich
bedingten Haarausfall deutlich seltener ist, tritt sie in
Deutschland bei etwa einer Million Menschen auf. Betroffen sind
dabei in erster Linie junge Männer und Kinder, aber auch Frauen
können eine derartige Krankheit erleiden. Betroffene leiden
dabei vor allem unter den psychischen Belastungen, denn ein
Haarausfall, der kreisrund auftritt, ist ein optischer Makel und
ist daher sehr auffällig.
Da die Ursachen für den kreisrunden Haarausfall bis heute
nicht vollständig geklärt werden konnten, ist auch die
Behandlung schwierig. Vielfach wird eine entzündungshemmende
Therapie angewandt. Auch die topische Immuntherapie, bei der
Konterallergene auf die entzündende Stelle aufgetragen und so
ein örtliches Ekzem erzeugt wird, kann helfen. In diesem Fall
wird die die Haarwurzeln angreifende Immunabwehr auf andere
Bereiche konzentriert, so dass sich die Haarwurzeln wieder
erholen können. Nach Abbruch der Behandlung fallen die Haare
aber nicht selten erneut aus. Auch treten nicht selten
allergische Reaktionen am ganzen Körper auf, die als
unterwünschte Nebenwirkungen der Behandlung zu sehen sind.
Örtlich aufgetragene Kortikiode sowie die Fotochemotherapie
konnten ebenfalls bereits Erfolge verzeichnen.
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